"Wir könnten Menschen sein, einst waren wir schon Kinder" - Erich Kästner


Wir rufen auf zu einer

Menschenskinder-Karawane im Sommer 2008

Wir sind der Ansicht, daß es an der Zeit ist, etwas zu tun gegen den katastrophalen und menschenunwürdigen Umgang mit Kindern und Jugendlichen in der mehrheitlichen Gesellschaft. Zumal er eher die Tendenz hat sich zu verschlimmern. Es wird versucht, die zweifellos zunehmenden Probleme zwischen Kindern und Eltern, zwischen Schülern und Schule sowie zwischen Eltern und Staat auf reaktionäre und unterdrückerische Weise zu lösen. Es wird so getan, als ob die Welt noch in Ordnung gewesen wäre, damals, als diese Methoden üblich waren. Und es wird so geredet, als wären Kinder beliebig formbare Objekte der Bildungspolitik. Als müsste nur der Druck auf Kinder oder Eltern erhöht werden, um solche Ziele zu erreichen. Durch Kindergartenzwang und Ganztagsschulen werden die letzten Freiräume der Kinder bedroht.

Wir glauben daran, daß es möglich ist, dagegen etwas zu unternehmen. Mag sein, daß wir nur eine Minderheit sind, denen ein menschenwürdiger Umgang mit Kindern am Herzen liegt, doch so wenige sind wir auch nicht. Und letztlich ging noch jede gesellschaftliche Veränderung von Minderheiten aus. Im privaten Raum, im kleinen Umfeld oder alternativen Einrichtungen konnten wir über Jahre hinweg Erfahrungen sammeln, die unsere Überzeugung festigten. Die Überzeugung, daß Kinder auch schon Menschen sind und deshalb gleichberechtigt und gleichwürdig behandelt werden sollten und vor allem ihre Lern- und Lebenswege selbst wählen und gestalten können sollten. Viele Kinder sind inzwischen unter solchen Sichtweisen groß geworden und sind mit ihren Eigenheiten und Fähigkeiten die beste Bestätigung. All das ermutigt uns, damit an die Öffentlichkeit zu gehen und uns mit anderen darüber auszutauschen.

Warum Menschenskinder?

Wir nennen die Aktion Menschenskinder-Karawane, weil der Begriff "Menschenskinder" klar macht, daß es um Kinder und ihr Menschsein geht, ohne die Spaltung in Kinder und Erwachsene mitzumachen. Das Bild vom Erwachsenen als einem nicht (mehr) "kindlichen" Menschen ist genauso irreführend wie das Bild vom Kind, dem alle "erwachsenen" Eigenschaften fehlen. Jeder Mensch jeden Alters hat sowohl Eigenschaften, die als "kindlich" gelten, als auch solche, die als "erwachsen" angesehen werden, wenn auch mit unterschiedlicher Gewichtung. Jeder Mensch jeden Alters ist zugleich Werdender, Seiender und Gewordener. JedeR kann von jedem/jeder lernen. Indem wir uns als Menschenskinder bezeichnen, bekennen wir uns damit auch zu einem Menschenbild, das Kindlichkeit nicht ausschließt. Menschenskinder sind wir alle, egal in welchem Alter.

Was ist Karawane?

Eine Karawane ist eine Aktionsform, die sich sowohl nach innen als auch nach außen als äußerst bewegungsfördernd erwiesen hat und nicht zuletzt auch eine Menge Spaß macht. Sie ist so etwas wie ein roter Faden, der sich durchs Land und durch die Zeit zieht, an dem sich dann Ereignisse und Begegnungen herauskristallisieren und der alles das miteinander verbindet. Daran beteiligt sind regionale Gruppen, die Veranstaltungen oder andere Ereignisse vorbereiten, und die Karawane selbst, einer Gruppe von Menschenskindern, die von einem dieser Ereignisse zum nächsten reist. Die Ereignisse können zum Beispiel Demonstrationen, Vorträge, Diskussionsabende, Film- und Theatervorführungen sein oder einfach nur Feste, bei denen sich durch Einzelgespräche aber auch viel bewegen kann. Was jetzt an den einzelnen Orten geschehen soll, ist Sache der örtlichen Gruppen. Sie bereiten die Aktionen vor und kümmern sich um Übernachtungsmöglichkeiten. Doch auch die Karawanegruppe kann vieles mitbringen oder einbringen wie eingeübtes Theater, Sketche, Musik, Büchertische, Austellungen und so weiter.

Als Karawane wollen wir mit Fahrrädern und ähnlichem fahren, das ist gesund, macht in der Gruppe viel Spaß und ist auch nach außen auffälliger. Damit wir die mitfahrenden Kinder nicht überfordern, wollen wir die Tagesstrecken nicht viel länger als 40 km planen und uns genug Zeit für Pausen lassen. Unabhängig davon sollen auch Begleitfahrzeuge mitfahren, die genügend Platz haben, um Gepäck, defekte Fahrräder oder erschöpfte RadlerInnen mitzunehmen. Gelegentlich werden wir wohl auch mit der Bahn fahren (mit Länder- bzw Wochenendtickets), um größere Entfernungen zu überbrücken.

Die Karawane soll eine offene Gruppe sein, also jeder kann für sich entscheiden, ob, ab wann und wie lange er mitfährt. Dennoch wär es für die Planung schön euch zu melden, wenn ihr Interesse habt mitzufahren. Minimalausrüstung ist ein Fahrrad, Schlafsack und Isomatte, wenn ihr ein Zelt habt, bringt es mit.

Wie gehts weiter?

Stattfinden soll die Karawane im Sommer 2008. Voraussichtlich starten wir in Berlin zum letzten Schultag bzw Ferienbeginn (16./17.Juli). In der Zeit vom 20.-30. Juli werden wir in der Altmark und im Wendland sein. Danach mit der Bahn nach Leipzig zur EUDEC (Konferenz europäischer demokratischer Schulen). Weiteres muß noch geplant werden.

Wir haben eine Mailingliste zur Vorbereitung, die unter http://ilpostino.jpberlin.de/mailman/listinfo/mekikara im Internet erreichbar ist. Wer sich an der Vorbereitung beteiligen will, kann sich dort eintragen oder sich an die Kontaktadresse unten wenden. Wir haben auch eine Internetseite (http://www.mekikara.de), die ständig weiter ausgebaut wird. Dort gibt es auch ein Mitmachbuch (wie Gästebuch) für Ideen,Fragen und Anregungen. Für Links auf unsere Webseite wären wir dankbar. Von Zeit zu Zeit wollen wir uns aber auch leibhaftig treffen, Termine dafür werden wir auch auf der Internetseite bekanntgeben.

Was wir (außer der Verbreitung der Idee) am dringendsten brauchen, sind (erstmal unverbindliche) Rückmeldungen. Ohne sie kommen wir mit der Planung nicht viel weiter. Wir möchten wissen, in welchen Gegenden von Deutschland es aktive Menschenskinder gibt, die wollen, daß an ihren Orten etwas zu unserem Thema geschieht. Erst dann können wir uns entscheiden, dort möchten wir langfahren und daraus dann später eine Terminplanung entwickeln. Erstmal ist alles ziemlich unkonkret, aber anders ist es leider nicht möglich, weil eins vom anderen abhängt. Der Weg vom Traum zur Wirklichkeit geht nur über viel hin und her.

Was haltet ihr von der Idee ? Wollt ihr bei der Karawane mitfahren? Könntet ob ihr euch vorstellen, in eurer Stadt oder Region mit uns zusammen etwas auf die Beine zu stellen? Könnt ihr uns sonst irgendwie unterstützen ? Habt ihr noch offene Fragen?

Kontakt:

Initiative Menschenskinder-Karawane 2008
c/o Jobst Quis,Klein Chüden 2,29410 Chüden
Tel: 03901 306013 oder 0170 3418814
Email:kontakt[at]mekikara.de


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